2-2 Group-Body-Psycho-Therapy: Interpersonal Work with and through Groups
Teil 1: Wege in eine psychodynamische Bioenergetik Kapitel 1.4

Gruppen-Körper-Psycho-Therapie

Interpersonelle Arbeit mit und durch Gruppen

In Gruppen treffen einzelne Personen mit ihren Haltungen und Einstellungen, ihrem sozialen Background, ihren unterschiedlichen Bedürfnissen, Wünschen und Zielen aufeinander. Durch psychische und körperliche Resonanzphänomene zwischen den Gruppenmitgliedern bildet sich eine gemeinsame Gruppenstruktur – eine unbewusste Abstimmung, die sich als Gruppenkörper manifestiert und als atmosphärisches Feld wahrnehmbar ist. In diesem Essay beschreibt die Autorin bioenergetisch-analytische Gruppenarbeit vor dem Hintergrund interpersonaler Gruppenmodelle.

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  • Jedes Individuum ist in ein soziales Netzwerk eingebunden, das förderlich oder hemmend sein kann. Kein Individuum steht außerhalb eines Gruppenkontexts (Pluralität).
  • Eine Gruppe ist nicht die Summe der individuellen Fähigkeiten ihrer Mitglieder, sondern ein neues interpersonelles System (Gruppenkörper).
  • Personen bilden in Gruppen automatisch ein Netzwerk bewusster und unbewusster Kommunikation. Dieses Interaktionsfeld wird durch Resonanz ausgelöst und ist auf muskulärer-motorischer Ebene beobachtbar.
  • Im interpersonellen Ansatz stellen Gruppenprozesse einen eigenständigen psychotherapeutischen Wirkfaktor dar. Die Gruppe ist ein zentraler entwicklungspsychologischer Baustein, der Erweiterung, Entwicklung und Energetisierung ermöglichen oder behindern kann.
  • Die Entwicklungsmöglichkeiten einer Person sind vom jeweiligen Umfeld abhängig. Psychische Einschränkungen und Krankheiten sind ein Hinweis auf Probleme im sozialen Umfeld. Welche Konfliktkonfiguration in einer Gruppe dominant wird, hängt u.a. davon ab, welche dynamische Verbindung zwischen den Gruppenmitgliedern möglich ist.
  • Resonanz zwischen den Mitgliedern führt zur Ausbreitung eines Themas innerhalb der Gruppe. Durch Mitschwingen in der Gruppenstruktur werden seelische und körperliche Prozesse des Individuums angestoßen.
  • Gruppenidentität entwickelt sich über die Aktivierung gemeinsamer charakterstruktureller Anteile. Je nach Charakterstruktur und Entwicklungsniveau kommt es dabei zu einer Auseinandersetzung mit den drei Dimensionen Macht, Zugehörigkeit und Intimität.
  • Die Grundkonflikte der einzelnen Personen bilden sich in einem dominanten, gemeinsamen Konflikt ab, der sich im Gruppenprozess körperlich und sozial als spezifisches Abwehrmuster bzw. Schutzphänomen darstellt. Die Gruppe inszeniert ihren sozialen Körper über Atmung und Bewegung, Energiefluss und Blockierung, Kontakt und Rhythmus.

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