2-1 Body-Interventions | Körperinterventionen
Teil 1: Wege in eine psychodynamische Bioenergetik Kapitel 1.2

Körperinterventionen

Dieser Beitrag zeigt auf, welche wesentliche Rolle Körperinterventionen im therapeutischen Kontext spielen und welche Zielsetzungen sie verfolgen können. Um die vielfältigen Interventionsmöglichkeiten in der Bioenergetischen Analyse nachvollziehbar und übersichtlich zu strukturieren, werden sie nach Zeitfenstern geordnet, in denen sie sich im Therapieverlauf vorrangig einsetzen lassen. So werden zunächst Interventionen vorgestellt, die bei Therapiebeginn und für die Anfangsdiagnostik hilfreich sein können, dann jene Interventionen, die sich zur Vorbereitung einer vertieften therapeutischen Arbeit eignen, und letztlich Körperinterventionen für die fortgeschrittene Therapiephase. Dabei wird unterschieden, ob bei der Klientin von einem neurotischen, einem defizitären bzw. (entwicklungs-)traumatischen Verarbeitungsmuster oder von einer Traumatisierung auszugehen ist. Darüber hinaus werden die speziellen Anforderungen thematisiert, mit denen sich die Therapeutin bei der Körperarbeit mit und ohne Berührung konfrontiert sieht.

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  • In der BA wird der therapeutische Prozess als Körperdialog aufgefasst. Die Aufmerksamkeit richtet sich vor allem auf die Beziehungsdynamik zwischen Klientin und Therapeutin, wobei die Körperlichkeit der Beteiligten ständig im Auge behalten wird.
  • Die Bedeutung von Körperinterventionen ergibt sich aus der Annahme der funktionellen Identität von charakterlicher Panzerung und muskulärer Hypertonie und aus der Möglichkeit, Zugang zu Inhalten aus der präverbalen Entwicklungsphase zu erlangen. Darüber hinaus spielen Körperinterventionen eine wesentliche Rolle bei der Trauma-Arbeit und bei der Etablierung einer neuen Realitätsbasis durch leibliche Erfahrungen im Hier und Jetzt.
  • Körperinterventionen ergeben sich organisch aus dem aktuellen Beziehungsgeschehen. Sie leiten sich aus der Wahrnehmung der Therapeutin bezüglich der Impulse der Klientin und aus dem Resonanzgeschehen ab. Sie umfassen all jene Interventionen, die auf die Empfindungs-, die Bewegungs- und die emotionale Ebene abzielen. Sie können verbal oder mittels direkter Körperarbeit, mit oder ohne Berührung eingesetzt werden.
  • Das Konzept der Katharsis hat im Laufe der Zeit eine deutliche Wandlung erfahren. Heutzutage wird kein Durchbruch, sondern eine auf die Regulationsfähigkeit der Klientin abgestimmte Entladung angestrebt, wobei die Therapeutin dafür sorgen muss, dass die Klientin die damit verbundenen Erfahrungen in ihr Selbsterleben integrieren kann.
  • Körperinterventionen, die sich gut zu diagnostischen Zwecken eignen, sind z.B. Fragen zur Körpergeschichte, zum Umgang mit dem Körper oder zum Körpererleben. Auch kann die Therapeutin der Klientin ihre Beobachtungen zur Verfügung stellen und anschließend gemeinsam mit ihr reflektieren, oder sie kann die Klientin bitten, ein Körperbild zu malen, oder sie lädt sie zum gemeinsamen Gehen ein.
  • Der Boden für eine vertiefte therapeutische Arbeit wird bereitet durch Körperinterventionen, die dem Grounding und/oder der Fähigkeit, sich differenziert wahrzunehmen (z.B. durch Downings Innere Techniken oder Interventionen zur Verdeutlichung der Körperkonturen bzw. -grenzen) und/oder der Entwicklung von Selbstreflexivität dienen. Dabei spielen Atemübungen und das Erkennen bzw. Benennen von Affekten eine zentrale Rolle.
  • Bei Körperinterventionen für die fortgeschrittene Therapiephase muss die Therapeutin klären, ob von einem neurotischen, einem defizitären bzw. (entwicklungs-)traumatischen Verarbeitungsmuster oder von einer Traumatisierung ausgegangen werden muss.

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