Neurobiological Foundations of Self-Development
Teil 1: Wege in eine psychodynamische Bioenergetik Kapitel 1.1

Neurobiologische Grundlagen der Selbstentwicklung

Dieser Beitrag fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Neurobiologie und der Neuropsychoanalyse in Bezug auf Psychotherapie und die Selbstentwicklung zusammen. Zunächst werden die neurobiologischen Grundlagen des menschlichen Nervensystems dargestellt, mit der Nervenzelle als kleinster Einheit, seinem zentralen und peripheren Anteil und seinen sensomotorischen und autonomen Fasern. Die dann folgenden Erkenntnisse aus neuropsychoanalytischer Perspektive betonen die Bedeutung des synchronisierten Blickkontakts zwischen Säugling und primären Bezugspersonen für die Entwicklung von Affektregulation und Bindung. Schließlich wird das Selbst aus neurobiologischer Perspektive betrachtet und es werden neue Erkenntnisse zum Bewusstsein und zu Affekten erläutert.

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  • In der frühen Kindheit fördern Blick- und Körperkontakt sowie eine durch affektive Austauschprozesse geprägte interaktive Kommunikation zwischen Säugling und primären Bindungspersonen die Reifung vorrangig der rechten Gehirnhälfte.
  • Im rechten orbitofrontalen Cortex befinden sich die neurobiologischen Substrate eines frühen emotionsgeladenen Bindungsdialogs und der Affektregulation.
  • Neurobiologische Forscher wie Allan N. Schore und Mark Solms sehen hier auch das Selbst, Freuds Unbewusstes, das implizit-prozedurale Gedächtnis und Bowlbys inneres Arbeitsmodell verankert.
  • Auch intersubjektive Prozesse wie Empathie und Übertragungs- bzw. Gegenübertragungsphänomene werden mit dieser Hirnregion in Verbindung gebracht.
  • Jeder Affekt wirkt durch je ein eigenes neuronales Netzwerk.
  • Bewusstsein ist nicht vorrangig eine Leistung des Großhirns, sondern steigt in Form von Affekten aus tieferen Schichten des Gehirns auf.
  • Wir fühlen, was wir sind.

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